Caveau Ticino: die Exzellenz der Tessiner Önologie

Der Sinn für einheimische Erzeugnisse und der Konsum bei “Kilometer 0” sind Werte, die uns am Herz liegen. Um diese noch besser auszuleben teilen wir mit Ihnen das Projekt “Caveau Ticino” welches das Ziel verfolgt, die verdienstvollsten Produzenten des Kantons Tessin hervorzuheben und ihnen Sichtbarkeit zu verschaffen. Hier lagert in der Önothek “Caveau Ticino”, wie in einem Schrein, die önologische Exzellenz unseres Kantons: eine Auswahl von 300 Weinen von 70 Herstellern bietet ein repräsentatives Bild unseres “Terroirs” mit seinen vier Weingegenden. In diesem heimelig geselligen, für Entdeckungen geeigneten Ort führt Rita Tramontana, eidg. dipl. Sommelière, monatlich ihre Weindegustationen durch.

Der Weinbau im Tessin

Der Kanton Tessin – einziger Kanton der Eidgenossenschaft, der vollständig auf der Alpensüdseite liegt –, ist einer der wichtigsten Wein produzierenden Schweizer Kantone, und auf nationaler Ebene der Rotweinhersteller schlechthin. Weinbau gibt es im Tessin schon seit zweitausend Jahren. Seine beträchtliche qualitative Entwicklung hingegen beginnt am Anfang des 20. Jahrhunderts, mit dem Wiederaufbau des ganzen Weinbaubestandes, der am Ende des 19. Jahrhunderts durch eine Reihe von versehentlich aus Amerika importierten Krankheiten zerstört worden war. Mit erheblicher Weitsicht beschlossen die kantonalen Behörden, diese schwerwiegende Lage zu nutzen indem sie ein Studiums- und Versuchsprogramm lancierten mit der Absicht, ihren Weinbaubestand mit einem klaren Akzent auf Qualität der Produktion wieder aufzubauen. Im Jahr 1906 wurden die ersten Stöcke der noblen Rebsorte Merlot aus der Gegend von Bordeaux gepflanzt. Zusammen mit dem Cabernet Sauvignon und dem Cabernet Franc gehört der Merlot zur Traubengruppe, welche die Weine dieser prestigeträchtigen französischen Region auf der ganzen Welt berühmt gemacht hat. Die ausgezeichneten Resultate der Versuchsreihe bewogen dann die Behörden und die hauptsächlichsten Weinkeller, den Anbau dieser Rebsorte zu fördern. Die Weinbauer erkannten das qualitative und kommerzielle Potenzial dieser Sorte und begannen das Rekonstruktionswerk, das mehr als dreissig Jahre dauerte.

Die Rebberge

Die über 1000 Hektaren im Tessin angebauten Rebberge sind zu mehr als 80% mit dieser Rebsorte bepflanzt, die sich im Laufe der Zeit zum wahrhaften Symbol der kantonalen Weinwirschaft erhoben hat. Der Tessiner Weinbau ist eine ganz spezielle Realität, die von mehr als 2700 Winzern gepflegt wird, die mit grosser Leidenschaft und Aufopferung kleine oft sehr steile Grundstücke bearbeiten, die sonst vom Wald besiedelt würden. Also ein quasi heroischer Weinbau, wie er für die alpinen und voralpinen Regionen wie Veltlin, Südtirol und Aostatal typisch ist, wo antike Bewohner unter mühsamsten Anstrengungen den Bergen kultivierbare Anbauflächen abringen mussten. Die Weinrebe kommt ein bisschen überall vor, von Chiasso bis hinauf zu den ersten Strassenwindungen die zu den Alpenpässen führen, dem Gotthard- und dem Nufenenpass, wo der Ticinofluss entspringt. Oft handelt es sich um Weinreben, die von den wichtigsten Transitachsen aus wenig sichtbar aber integrierender Bestandteil der Tessiner Landschaft sind, einer Landschaft die immer mehr von Touristen aus ganz Europa geschätzt wird. Wie gesagt stellt die Rebsorte Merlot etwa 80 % der angebauten Fläche dar, während die restliche Fläche von ca. 20 verschiedenen Sorten besiedelt sind. Darunter sind vor allem der Gamaret bei den roten und der Chardonnay bei den weissen Trauben.

Das Terroir

Die Böden und das Klima welche die verschiedenen Zonen des Kantons bestimmen – im Fachjargon als “Terroir” bezeichnet – sind untereinader sehr unterschiedlich: im Süden, im Gebiet zwischen dem Luganersee und Chiasso, sind die Böden durch die starke Präsenz von Lehm beeinflusst, was sie reichhaltig und tiefgründig macht, und dank dem für dieses Gebiet wärmerem Klima entstehen so Weine von grosser Eleganz und Geschmeidigkeit.

Die Regionen im Norden des Monte Ceneri, welcher den Kanton in zwei Teile teilt, werden durch die Aktivitäten der Gletscher und Bergbäche bestimmt, die das Territorium geprägt haben indem sie durch Moränen und Schuttkegel eher steinige Ablagerungen mit viel Sand und Schlamm verursachten. Diese Eigenheiten des Terrains, zusammen mit dem stark durch die nahe liegende Alpenkette beeinflussten Klima, gestatten die Herstellung von soliden Weinen, die auch für längere Alterung bestimmt sind.

 

Der Merlot

Der Merlot hat sich im Tessin als vielseitige Rebsorte erwiesen, die je nach Produktions­gegend und Unternehmensphilosophie extrem verschiedene Produkte ergibt. So finden wir sehr leichte Rotweine, die in der Absicht produziert wurden den sehr fruchtigen Charakter hervorzuheben, den diese Rebsorte besitzt, aber auch sehr komplexe Weine die für ihren richtigen Reifegrad eine längere Alterung in Eichenfässern (Barriques) benötigen. Ein Unikum ist unserer Ansicht nach der heute bereits traditionelle Bianco di Merlot, ein mit roten Merlottrauben hergestellter sehr angenehmer Weisswein der jung getrunken wird. Sehr geschätzt werden auch die Assemblages zwischen Merlot und anderen Weinsorten wie zum Beispiel Cabernet Sauvignon, und die in Barriques ausgebauten Weissweine der neuen Generation, die mit Trauben der Sorten Chardonnay, Sauvignon blanc und Sémillon hergestellt werden.

 

Texte freundlicherweise von ticinowine.ch zur Verfügung gestellt.

 

Caveau Ticino

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